Was bringt das Bashing von Leistungsträgern?

Es bringt Menschen kurzfristige Befriedigung, um nicht ständig unter dem Neid zu leiden, für den sie selbst verantwortlich sind. Neid ist genauso wenig wie Angst salonfähig. Deshalb wird er unterdrückt und durch Überheblichkeit ersetzt. Diese Überheblichkeit wird ausstaffiert mit Geschichten, die man sich selbst und gegenseitig – gern über die sozialen Medien – erzählt: Prominente, Politiker, Unternehmer seien Betrüger, Steuerhinterzieher, egomanische Selbstdarsteller, würden ihre bösen hinterlistigen Intrigen unter dem Deckmantel vorgeblicher Gemeinwohlorientierung tarnen. Spenden und Aufrufe zur Barmherzigkeit werden pauschal als niederträchtige Heuchelei deklariert. Es kann jeden treffen, Objekt des Neids zu werden, ganz besonders Zuwanderer. Bleiben sie Bettler und Hilfeempfänger, gelten sie als Parasiten. Gelangen sie zu Reichtum, werden sie Ziel übler Verleumdungs- oder gar Rufmordkampagnen. Nach diesem Strickmuster wurden von je her Progrome, die Inquisition, der Holocoust und Völkermorde gerechtfertigt.

Niemand ist zu unrecht prominent und erfolgreich

Ob sie jedem sympathisch sind oder nicht. Ob deren Beitrag für die Mitwelt offensichtlich ist oder nicht: Leistungsträger sind mit Grund wo sie sind: das gilt für Angela Merkel wie für Wolfgang Grupp von Trigema genauso wie für Daniela Katzenberger und Christian Ronaldo. Nach einem weit verbreiteten Missverständnis würden die Erfolgreichen nur mit Ellenbogen nach oben kommen. Tatsächlich rächt sich so ein Verhalten langfristig. Ein gesundes Selbstbewusstsein kommt ohne unsportliche Kampfmethoden und Intrigen aus.

Treppe die die Welt bedeutet

Wer jedoch überzeugt ist, der Mensch sei böse, der schlussfolgert dass die Menschen, die es weiter bringen als andere, besonders böse seien und sich zur perfiden Täuschung der Masse als „Gutmenschen“ tarnen würden. Mit solch einer Überzeugung bringt man die Welt kein bisschen weiter. Sie zementiert nur Neid und letztendlich Selbstverachtung.

Kooperation statt Wettbewerb

Neid verhält sich zu Demut wie Wettbewerb zu Kooperation. Sie sind jeweils Ausdruck einer sozialen Haltung und nicht etwa unveränderlicher Charakterzug. Der französische WirtschaftsprofessorThomas Piketty sagt „…entweder wir werden uns – im immer noch schärfer werdenden Wettbewerb – alle kaputt machen; oder wir lernen zu kooperieren. Kooperation ist nicht die Tugend irgendwelcher Softies, die sich dem Wettbewerb nicht stellen wollen. Nein. Kooperation ist das Werkzeug der Vernünftigen.“ Und ich möchte ergänzen: Kooperation ist das Werkzeug der Großgeister, die am Wohl der Gesamtwert interessiert sind und sich nicht auf kleinere Teilwelten – wie etwa Westeuropa, einzelne Inseln, Volksgruppen, Betriebe, Familien oder ein bestimmtes Bankkonto – beschränken.

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