Armut vermindern, Reichtum fördern

Ich bin davon überzeugt, dass es keine Armut geben muss. Kein Mensch muss arm sein. Materielle Armut ist immer der Spiegel innerer Armut. Arme Menschen sind deshalb arm, weil sie ein gestörtes Selbstbewusstsein haben. Und das lässt sich ändern, denn genauso wie Reichtum ist auch Armut ansteckend. Freilich geht das nicht auf Knopfdruck. Es wird eine langwierige und schwierige Aufgabe, für die es sich aber lohnt zu arbeiten. Denn die Armut des einen vermindert auch die Lebensqualität des anderen.

Reichtum ist eine Haltung – kein Ergebnis der Armut anderer.

Weit verbreitet ist die Sichtweise, dass Reiche deshalb reich sind, weil sie den Armen etwas wegnehmen – nicht unbedingt durch offensichtlichem Raub, öfter durch Schlauheit und Geschäftssinn. Und wer nichts von dem hat oder nicht „böse“ und „abgebrüht“ genug sei, der müsse seinen Lebensunterhalt eben mit „ehrlicher Arbeit“ bestreiten. Und diese ehrliche Arbeit ist dann das Anstellungsverhältnis beim Reichen, der vom Lohn das „Mehrprodukt“ für sich abzwackt. Natürlich kann man das so sehen. Die Bewertung, was davon ursächlich ist und dessen, was gerecht ist, was „eigentlich natürlich wäre“ und was eine „Entfremdung“ darstellt, ist wiederum geprägt durch die Ideologie des jeweiligen Beobachters.

Marxt hilft nicht, Marx stört den konstruktiven Blick

Der Ur-Fehler im Marxismus ist sein Materialismus. Spätestens seit der post-industriellen Wirtschaft wird der Wert (=Wohlstand) nicht mehr durch zähl- und wiegbare Materie bestimmt, sondern er zeigt sich immateriell. Wer dem Glaubenssatz folgt „das Sein bestimmt das Bewusstsein“, delegiert die Verantwortung für das eigene Glück an das Außen: „Ich bin Hartz IV-Empfänger und gehöre zu den Verlierern.“ oder die alt-marxistische Variante: „Ich bin als Arbeitersohn geboren und muss deshalb wie mein Vater 16 Stunden für einen Hungerlohn schuften.“ Immerhin hat Marx für den „Teil der Arbeiterklasse mit Bewusstsein“ prognostiziert, dass sie aus diesem Teufelskreis ausbrechen. Bekanntlich ist dies anders erfolgt als vorgesehen und hatte auch nicht das zum Ergebnis, was daraus werden sollte: eine Befreiung und der Weg zum Wohlstand.

Ursache globaler Reichtumsverteilung

Es hilft niemandem, weiterhin an dem Erklärungsprinzip festzuhalten, die Dritte Welt sei vor allem deshalb arm, weil die Erste Welt reich ist, weil sie billige Rohwaren aus den Ländern abzieht und ihre Fertigprodukte teuer verkauft, obwohl die Löhne niedrig sind. Unbestritten findet das statt, aber Armut ist nicht die Folge dessen, sondern die Ursache! Das marxistische Ökonomieverständnis führt uns in die Irre, wenn wir vor Augen behalten, Werte werden durch Arbeit geschaffen und weil es zu einem Zeitpunkt x nur eine begrenzte Zahl an Arbeitskräften gibt, ist die Summe der Werte fest definiert. Und wenn die, die arbeiten, ärmer sind als andere, dann ist der Wohlstand ungerecht verteilt. Tatsächlich verhält es sich so, dass Regionen, in denen „Raubtier-Wirtschaft“ herrscht, ungleich ärmer sind als solche, wo es ein Miteinander in der Wirtschaft gibt. Kolonialismus und Sklaverei sind nicht nur fürchterlich unmenschlich, sie waren wie man heute weiß auch für die Kolonialmächte ein gesamtwirtschaftliches Verlustgeschäft. Dies jedoch auch heute noch als Erklärung anzuführen, warum insbesondere Afrika arm geblieben ist, verkennt die Möglichkeiten und Chancen. Wer in der Opferrolle verharrt, wird anfällig für korrupte Despoten, die Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung (meist noch nicht einmal beabsichtigt) durch ihre falsche Politik verhindern.

Kein Land, kein Volk, kein Mensch muss arm sein. Im Gegenteil: Armut kostet Geld, verzehrt Ressourcen, erzeugt Angst, fördert Krieg. Reichtum und Wohlstand lässt alle profitieren, nicht zuletzt auch die Umwelt.

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