Ignorieren, Schlichten oder Argumentieren?

Beitrag zur Blogparade #Kritikprofis, aufgerufen von PR Doktor Kerstin Hoffmann

Wie Kommunikationsprofis konstruktiv mit Kritikern, Querulanten, Pöblern umgehen.

Die Ruhe vor dem Sch…sturm

Bin ich ein Kommunikationsprofi? Ich habe von 1997 bis 2002 Wirtschaftskommunikation studiert, Pressemitteilungen und Zeitschriftenartikel im Kundenauftrag geschrieben, Bücher veröffentlicht und blogge seit 2005, seit 10 Monaten sogar videologisch. Wurde ich in dieser Eigenschaft schon kritisiert, angepöbelt, war ich schon Opfer eines Shitstorms? Ersteres ja, mittleres eher weniger, letzteres gar nicht. Das „schlimmste“ was mir entgegnet wurde: „Ihre Theorie ist falsch“ und ich würde „verpönte unpassende Beispiele anführen“.

Was mir immer geholfen hat: Sachlich bleiben, die Kritik offenkundig als weitere Reflexionsgelegenheit für meine eigene Darstellung nutzen, selbstkritisch bleiben, gerne auch demütig, denn „der kluge Kommunikator will lernen, der Dumme will Recht haben.“ , Danach war die Diskussion jedoch auch immer beendet.

Unter die Kommentatoren gemischt

Pöbeleien sind mir dennoch begegnet, nämlich dann wenn ich einmal woanders kommentiere. Neuerdings werden auch die langweiligsten Fachartikel in den Kommentarspalten zu wahren Tummelplätzen von besorgten Bürgern, Verschwörungstheoretikern und Reichsdeutschen.

Gegen Fakten und Überzeugungen kämpfe ich von jeher nicht an. „Gewalt erzeugt Gegengewalt“ gilt hier mehr denn je, denn ein echtes blaues Auge muss niemand fürchten, der mit GROSSBUCHSTABEN und Schaum vor dem Mund – in Form von kryptischen Sonderzeichen – geifert.

In letzter Zeit habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, höfliche aber entschiedene Versöhnungstöne anzustimmen. Aus Überzeugung. Früher holte ich die Metaebene aus dem Dozentenkoffer. Das hat zwar niemanden erkennbar provoziert, aber sicher auch niemanden glücklicher gemacht. Was bringt es mir, jemanden verbal zu übertrumpfen, dumm dastehen zu lassen, der dann an anderer Stelle ausrastet? Ich halte mich an das Credo „Benimm Dich so, dass es Deinem Kommunikationspartner nach dem Kontakt mindestens genauso gut oder besser geht als davor“.

„Eigenwert“ nannten es die Kybernetiker

Trolle und Hater mit manifestiertem Gewaltbewusstsein reagieren jedoch selbst auf Beschwichtigungen wortgewalttätig. So wurde kürzlich mein positives Menschenbild in einem Kommentar bei Facebook mit „kotzreizerzeugende geheuchelte Scheinheiligkeit und widerliches Zurschaustellen von Gutmenschentum“ beantwortet. Wir sehen die Welt nicht so wie sie ist, sondern so wie wir sind. Daher habe ich für das Jahr 2016 bis auf weiteres beschlossen, auf unsachliche Hasskommentare grundsätzlich nicht mehr einzugehen und sie dafür bei HASS HILFT zu melden. So spendet jeder Hasskommentator unfreiwillig 1 € an die Organisation EXIT-Deutschland. Auf diese Weise wird sogar digitaler Sondermüll zu einem wertvollen Sekundärrohstoff recycled.

Wir können die Welt ändern, nicht jedoch andere Menschen.

2 Kommentare zu „Ignorieren, Schlichten oder Argumentieren?“

  • Joseann:

    @Wir können die Welt ändern, nicht jedoch andere Menschen. Das verstehe ich nicht. Wie denn können wir die Welt ändern, wenn wir Menschen nicht ändern können?

    • Klaas Kramer:

      Wir können die Welt verändern, indem wir uns selbst verändern. Nur in dem wir uns selbst verändern. Andere Menschen verändern wir allenfalls dadurch indirekt.

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